2013/03/07


Day 14 – Your earliest memory.

Nein, das Foto hat nichts mit meiner frühesten Erinnerung zu tun. Aber es ist mein Lieblingsfoto.
Ich kann auch nicht genau differenzieren, was meine früheste Erinnerung ist, weil ich das zeitlich nicht einordnen kann und Kindheitserinnerungen einfach dazu tendieren miteinander zu verschwimmen. Ich kann mich aber sehr genau an meinen ersten besten Freund, unseren damaligen Nachbarsjungen erinnern, strohblondes Haar, strahlend blaue Augen und immer grinsend. Wir hatten beide unsere Zimmer in Richtung Garten, genau nebeneinander, und abends, wenn wir eigentlich im Bett sein sollten, haben wir uns oft jeder auf die eigene Fensterbank, mit den Beinen nach draußen baumelnd, gesetzt und eben Dinge gemacht, die Kinder dann so tun. Ich weiß nicht genau was. Wahrscheinlich über Kindersachen geredet. Aus heutiger Sicht war es auf etwas waghalsig, unsere Zimmer waren auf der ersten Etage. Und hätten unsere Eltern damals davon gewusst, hätten sie dem sicher Einhalt geboten. Eine andere Sache, an die ich mich noch ganz genau erinnern kann, ist, dass ich mit einem älteren Mädchen gespielt habe, Nora, und sie hatte einen Bruder, Tim, ich konnte allerdings nie seinen Namen aussprechen, also hat sie gesagt: "Sag mal Zimt!" Ich: "Zimt!" Sie dann: "Und jetzt sag Tim!" Und ich wieder: "Zimt!" 
Ich weiß nicht was zuerst war, auch nicht wann genau es war, aber es sind die frühesten Dinge an die ich mich erinnern kann. Und dann gibt es natürlich die unzähligen Geschichten, die meine Eltern mir immer wieder über mich selbst erzählen und die ich eigentlich gar nicht oft genug hören kann. 

2013/03/06




Day 13 – Somewhere you’d like to move or visit.

Ich will gerne die ganze Welt sehen. Wenn möglich jeden Winkel erkunden. Alles in mich aufsaugen. All die kleinen Wunder dieses Planeten entdecken. Nordlichter sehen. Uralte, ewig hohe Bäume bestaunen. Den tosendsten Wasserfällen lauschen. Die atemberaubendsten Sonnenauf- und Untergänge genießen. Alle sieben Meere besegeln und die abgelegensten Strände finden. Ich will alles sehen, was diese Welt zu bieten hat. Oder zumindest so viel wie möglich. 
Zur Ruhe kommen und leben will ich in Irland, weil Irland meine zweite Heimat ist. Die Heimat meines Herzens. Weil nach Irland kommen wie nach Hause kommen ist. Wie endlich angekommen sein. Weil es sich anfühlt wie endlich glücklich werden, wie Freiheit, wie für immer da bleiben wollen. Weil ich mich vom ersten Moment, als ich mit acht zum ersten Mal dort war, absolut und unsterblich in dieses Land verliebt habe. Weil ich jedes Mal bitterlich weinen musste, als der Urlaub dort vorbei war. Weil es mir Heimweh macht an Irland zu denken. Weil ich bis jetzt keinen Ort gefunden habe, an dem ich mehr Ich bin. Ich habe mich verliebt in Land und Leute. In Warmherzigkeit, Lachen und Willkommen sein. In nie mehr wegwollen. In strahlend blauen Himmel, der in kürzester Zeit voller Wolken sein kann. In Sonnenschein mit einer ordentlichen Portion Wind. In kläffende Hunde, die fahrenden Autos hinterher rennen. In Schafe, Kühe und Pferde an den unmöglichsten Orten. In lachende Augen und offene Gesichter. In alles, was ich dort schon erleben durfte. Ich will irgendwann dort leben und das für den Rest meines Lebens genießen.


2013/03/05









Day 12 – Bullet your whole day.

06:19 Aufgewacht; vergesse immer, dass so früh morgens mein Radiowecker losgeht
07:24 aufgerafft und aufgestanden
07:31 little walk with the dogs
08:12 O-Saft trinken und über das täglich Rätsel nachdenken – was frühstücke ich bloß?
08:14 Kaffee aufsetzen; yummy!
08:18 Lip-Sync zu diversen Songs perfektionieren – Code für: unkontrolliertes Mit-Singen und Tanzen
08:27 Weiß jetzt was ich frühstücke – wie immer: Grapefruit und ein bisschen Müsli mit viel Obst
08:32 Frühstücken; dabei Youtube-Videos gucken
08:50 duschen, anziehen, schminken. Dabei grandios einen meiner liebsten Ohrringe im Abfluss versenken
09:20 ein bisschen gehetzt, musste noch Bücher zusammensuchen, auf dem Weg zum Bus
09:32 Bus kommt, wie immer, zu spät
09:46 Oma schmeißt sich im Bus auf mich; keine Verletzten
10:07 gebe den Stapel Bücher zurück; wunder mich, dass jeder, der an der Uni arbeitet, unfreundlich ist
10:14 hole meine Hausarbeit ab, yey! Bestanden! Musste allerdings aufgrund meiner Social- Awkwardness diverse Umwege gehen.
10:30 gönne mir Shampoo und Conditioner von Body Shop, hab ich mir aber auch verdient!
10:33 werde fast von losfahrendem Lieferwagen überfahren; überlebe. Passiert häufiger.
10:38 kurzer Zwischenstopp bei dm
10:49 finde Buch, das ich sowieso kaufen wollte, reduziert in der Mayerschen. Ich Glückspilz! Aber Fazit: Lasst mich nie mit Geld im Portemonnaie rumlaufen!
10:58 erreiche die Bushaltestelle ohne weitere Zwischenfälle; mit Macklemore auf den Ohren
11:02 Bus kommt; genieße die Sonne und schöne Gedanken, die mich zum Lächeln bringen
11:36 werde stürmisch von den Hunden begrüßt; ab jetzt wird es unspektakulär
11:38 wir spielen Schnüffelspiele im Garten
12:30 Mittagessen; dabei YouTube-Videos [ist da etwa ein Muster zu erkennen?]; esse sonst nie so früh zu     Mittag
12:57 Staubsaugen
13:09 die zweite Tasse Kaffee; setze mich in die Sonne zum lesen: Harry Potter and the Philosopher's Stone
14:49 Lesepause; das Internet ruft; wichtige Nachrichten mit dem anderen Oberfuchs austauschen; währenddessen weiterhin meinen Gesang perfektionieren
15:43 Verfolgung eines Pantoffel-Diebes
16:32 das Internet und ich sind immer noch zugange, es gibt so viel zu entdecken!
16:51 lese weiter
18:03 ziehe mich um; gehe gleich kolumbianisch essen
19:00 nehme Platz im Restaurant Karibik
20:43 kugele mich in Richtung Auto; ich war noch nie so satt
21:08 verfasse diesen Post und speise die Fotos in den Laptop ein
21:50 mache mich bettfein
22:10 unterhalte mich noch etwas mit meinem Papa
22:40 schnappe mir Laptop und Buch und verkrümel mich in mein Bett
22:43 lesen; Tumblr; Musik hören, so lange bis mir die Augen zu fallen  

2013/03/04




Day 11 – Put your ipod on shuffle and write 10 songs that pop up.

Ben Howard - Gracious
Arcade Fire - Abraham's Daughter
Biffy Clyro - Christopher's River
Arcade Fire - Keep the Car Running
The Civil Wars - Kingdom Come
Scars On 45 - Heart on Fire (acoustic)
Marina & the Diamonds - Bubblegum Bitch
Macklemore - And We Danced
The Black Keys - Sister
The Lumineers - Classy Girls

2013/03/03



Day 10 – Discuss your first love and first kiss.
{Warnung: Das ist einer dieser vier-Uhr-morgens-Texte.}

Okay, erster Kuss ist noch einfach, obwohl ich den bis vor Kurzem noch verdrängt habe. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube ich war fünfzehn, und jetzt kommt der Skandal, ich war etwas angetrunken und es ist keine ruhmreiche, romantische Geschichte. Ich war traurig, er hat sich dazu hinreißen lassen mich zu trösten, ich fragte ob ich ihn küssen darf und durfte Bekanntschaft mit seinen Zähnen schließen. Die schlimmsten Details spare ich aus. Nicht lesenswert.
Erste Liebe ist schwieriger, vielleicht habe ich meinen besten Freund geliebt. Das wäre es dann. Aber das werde ich nie wissen, weil wir es nie richtig versucht haben. Ein bisschen, ja. Aber nie mit vollem Einsatz, ein bisschen viel betrunkenes Rummachen, mehr zusammen gekuscheltes Einschlafen und oft gesagt bekommen, dass wir ja ach-so-süß zusammen sind. Noch öfter die Frage ob wir denn jetzt zusammen sind. Viele schlaflose Nächte bei dem Gedanken, ob er doch mehr möchte. Und ob ich vielleicht mehr möchte. Ich weiß, dass ich ihn geliebt habe, aber ich weiß nicht ob das auf die Erste-Liebe-Art war, oder mehr auf Beste-Freunde-Art. Er war lange der Mensch an den ich mich gewandt habe, wenn ich niemanden sonst und erst recht nicht mich ertragen konnte. Er war mein Halt. Und irgendwann ist das alles kaputt gegangen, weil Freundschaft so was manchmal eben nicht aushält. Ich habe gehört wie er davon sprach, was von mir zu wollen. War mir sicher, er hat es verleugnet. Ich war verzweifelt, ich wollte nicht mehr als dieses zwanglose Zusammensein, dieses hin und wieder mal mehr. Dieses bisschen Nähe, dass ich dann und wann gerne bekommen wollte. Ich habe so mit mir gehadert. Es war gut wie es war. Bis dann eines Nachts sowohl mein scheinbarer Standard-Spruch als auch mein Talent Falsches zu noch falscheren Zeitpunkten zu sagen wieder zum tragen kamen: Darf ich Dich küssen? Bis aus Küssen mehr wurde und wir dann nur noch ein paar Mal miteinander gesprochen haben. Das war vielleicht meine erste Liebe, vielleicht meine einzige feste Beziehung bis jetzt.
Ich spare die schlechten Zeiten aus. Ich spare die Momente aus an denen ich mich an seinen Kanten blutig gestoßen habe und meine Wunden selbst verbinden musste. Wie es am Ende nur noch wichtig war, was er wollte. Wie oft ich seinen Kopf gegen eine Wand hätte hauen können. Wie oft er nicht aufgepasst hat. Ich spare aus, wie oft er doch nicht da war und wie ich so schwer nur loslassen konnte. Wie ich mir heute immer noch manchmal meine Fehler vorhalte, und das alles vermisse, obwohl es so lange her ist. Aber es tut nicht mehr weh, es macht mich nur noch ein bisschen melancholisch. Ich sparen die schlechten Zeiten aus, weil ich die schlechten Erinnerungen zu verbannen versuche.
Vielleicht war es die erste Liebe, weh genug getan hat es.  

2013/03/02




Day 09 – How you hope your future will be like.

Ich will mehr Abenteuer, mehr Reisen, mehr Leute kennen lernen, mehr Lachen, mehr Weinen, mehr Glück, mehr Leben. Ich will mehr Musik, mehr Worte, mehr Freiheit, mehr Natur, mehr Sehen, mehr Fühlen, mehr Sein. Ich will kein Leben wie im Film, nein, eigentlich will ich, dass es besser ist. Ich will kein perfektes Leben, ich will eines, das mich Lektionen lehrt, und mich nie das Glück als selbstverständlich sehen lässt. Ich will in Zukunft auch schlechte Zeiten, so dumm das klingt. Damit ich all die kleinen, schönen und wundervollen Dinge immer zu schätzen weiß. Damit ich weiß, dass jedes Lachen eine Menge Tränen wett machen kann. Ich will die Sicherheit, dass da draußen mehr für mich ist, und dass das nicht aufhört. Ich will niemals aufhören zu lernen und zu entdecken, nie aufhören zu suchen und doch zur Ruhe kommen. Ich will, dass das Leben mich hin und wieder aus der Bahn wirft, mir hin und wieder Steine in den Weg legt und mich nicht weiterkommen lässt, damit ich sowohl den Weg als auch das Ziel zu schätzen weiß. Ich will nicht grundlos wütend sein, mich nicht innerlich vergiften. Ich will vergeben können, vielleicht auch ein bisschen vergessen. Ich will weiterhin manchmal die Augen schließen müssen, weil ich all die Schönheit, die diese Welt doch zu bieten hat, nicht ertragen kann. Ich will durch mein Leben tanzen, hüpfen, rennen, fliegen, weinend, schreiend, lauthals lachend, lächeln, genießend und manchmal schlafend. Und hoffentlich versteht jemand von Euch dieses Durcheinander.

2013/03/01





Day 08 – A moment you felt the most satisfied with your life.

Da kann ich gar keinen speziellen Moment nennen, ich kann mich nicht mal an einen speziellen Moment erinnern. In den letzten paar Jahren war ich oft zufrieden mit meinem Leben.
Vielleicht als klar war, mir bewusst wurde, dass ich nie mehr zur Schule gehen muss und das erfolgreich hinter mich gebracht habe. Vielleicht als ich wusste, dass ich hier studieren kann. Vielleicht als ich gemerkt habe, dass ich doch nicht ein totaler Depp im Leute kennen lernen und Freundschaften aufrechterhalten bin. Aber am wahrscheinlichsten ist, dass es ein Moment auf unserem wunderbaren Roadtrip war. Möglicherweise als wir in Wales den Strand lang spaziert sind und ich gesehen habe wie glücklich Molly ist. Oder abends vor dem Kamin. Oder einfach wenn wir im Auto gesessen und lauthals „I will survive“ mitgesungen haben. Es wird wohl irgendwo da gewesen sein, denn mir war unterbewusst bewusst, dass es eine der wunderbarsten Zeiten meines Lebens ist, dass wir das hinbekommen haben und stolz auf uns sein können. Und dass uns dieses Erlebnis und Abenteuer mit Sicherheit nie mehr jemand nehmen kann. Das klingt alles kitschig, weiß ich. Aber ich könnte wahrscheinlich genauso lange davon schwärmen wie wir unterwegs waren, wochenlang. Und immer wenn ich mich an kleine, die kleinsten, Sachen erinnere, huscht mir ein Lächeln über's Gesicht, oder ich muss richtig lachen, und dann bin ich wieder froh und zufrieden. Und es macht mir immer wieder Hoffnung, dass alles was ich mir vornehme klappen kann. Dass aus so einer fixen Idee wirklich was werden kann, wenn man nur möchte. Ja, irgendwo da war mit Sicherheit einer der Momente, in denen ich am zufriedensten mit meinem Leben und der Welt war. Mit allem, was diese Welt uns vielleicht noch zu bieten hat und mit allem, das mich dorthin geführt hat.